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Neue Apotheken-Illustrierte
 Nr. 3 / 2011

 

Tipps für Senioren


Seniorentanz: Bewegungsfreude mit Gesundheits-Plus

Musik, geselliges Miteinander und viel Spaß: Das klingt nach einem idealen Freizeitvergnügen und ist eine treffende Beschreibung für Seniorentanz. Diese Form des Tanzens gewinnt als Sportart für ältere Menschen immer mehr Aufmerksamkeit und hat gesundheitliche Vorzüge.

In ganz Deutschland gibt es mittlerweile Angebote für Seniorentanz. Bei dieser Art zu tanzen, handelt es sich nicht um Paartanz im Sinne von Wiener Walzer, Foxtrott oder Tango, sondern um gesellige Tanzformen, für die kein fester Partner nötig ist. Anita Brunberg ist Vorsitzende des Bundesverbands Seniorentanz e. V., der bereits 1977 gegründet wurde.

"Damals entwickelte sich der Seniorentanz gleichzeitig in Deutschland, den Benelux-Staaten und Skandinavien", erzählt sie. Dabei achteten die Initiatoren darauf, dass das Angebot an Tänzen möglichst breit ist. "Es sollte nicht nur klassischer Gesellschaftstanz oder Volkstanz dabei sein, Initiatoren schauten sich überall nach passenden Tänzen um."

Dementsprechend ist das Repertoire an Tänzen heute sehr groß und abwechslungsreich: Vom amerikanischen Mixer über israelischen Kreistanz und englischen Kontratanz bis zu osteuropäischen Tänzen sind viele Tanzarten vertreten. "Die Tänze werden jedoch zum Teil so verändert, dass sie für die Zielgruppe passen", sagt Brunberg. "Wir achten darauf, dass nicht zu viele Sprünge oder schnelle Drehungen vorkommen, um die Tänzer körperlich nicht zu überfordern."

"Die meisten Tänzer in den Gruppen gehören der Generation 50 plus an", erklärt Brunberg. "Das Alter ist aber nebensächlich, solange man Freude am Tanzen hat und sich bewegen kann." Glaubt man Studiendaten, ist moderate Bewegung geradezu ein Jungbrunnen für Körper und Geist. Es ist also davon auszugehen, dass aktive Tänzer gesünder altern.

Das Alter ist nebensächlich

Das körperliche Training stellt beim Seniorentanz jedoch eher einen Begleiteffekt dar. Brunberg: "Viele kommen zuerst wegen der Geselligkeit und merken später, dass sie moderaten Ausdauersport betreiben, wenn sie eineinhalb Stunden tanzen." Und das ist noch nicht alles. Denn man trainiert gleichzeitig die Muskeln, das Gehirn und tut seinen Knochen etwas Gutes. "Die Wechsel in der Raumorientierung, Drehungen, sich immer wieder auf andere Partner einstellen: Das schult den Gleichgewichtssinn und beugt Stürzen vor. Zudem stärkt Bewegung den Knochenaufbau. Seniorentanz ist also ideal für Osteoporose-Patienten", weiß die Verbandsvorsitzende.

Auch für Schmerzpatienten wie Rheumatiker ist Seniorentanz interessant. Die Freude und das Miteinander in den Gruppen verbessern nach Brunbergs Erfahrung die allgemeine Stimmungslage, und die regelmäßige Bewegung dämpft den Schmerz. Einige gesetzliche Krankenkassen belohnen die Teilnahme an Seniorentanzkursen sogar mit Bonuspunkten.

Kein Leistungsdruck

Eine Spezialform des Seniorentanzes, der Tanz im Sitzen, richtet sich nicht nur an Gehbehinderte. "Tänze im Sitzen eignen sich auch als Training für richtig fitte Menschen, die ihrem Gehirn Höchstleistungen abfordern möchten", erklärt Brunberg, "denn die Choreografien erfordern viel Konzentration."

Ob fit oder gesundheitlich beeinträchtigt, spielt laut Brunberg beim Seniorentanz keine Rolle. "Jeder kann vorbeikommen. Es gibt weder Leistungsdruck noch Wettkämpfe. Man braucht noch nicht einmal besondere Kleidung oder Schuhe." Die Veranstaltungen finden meist in Kirchengemeinden, Sportvereinen oder ähnlichen Räumlichkeiten in der Nachbarschaft statt. Interessenten werden in örtlichen Veranstaltungskalendern fündig oder können sich direkt an den Bundesverband Seniorentanz wenden. 

Apotheker Rüdiger Freund

 

 

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